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Landesminister Peter Hauk sprach über aktuelle Herausforderungen im ländlichen Raum. Besonders hervorgehoben hat er das große Potenzial von Biogasanlagen, die in Zeiten von Dunkelflauten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten und den Bedarf an neuen Gaskraftwerken deutlich reduzieren könnten.

Was das Land bewegt: im ländlichen Raum.

Der Vorsitzende des CDU Stadtverbands Erbach Thomas Hartmann eröffnete die Veranstaltung mit einem herzlichen Willkommen an alle Gäste und unterstrich die besondere Bedeutung des ländlichen Raums für die Region.
Er würdigte den täglichen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger, der Vereine, der Landwirte und der lokalen Unternehmen, die durch ihr Engagement das gesellschaftliche Leben in Erbach und der Umgebung tragen.
Dabei hob er hervor, wie unverzichtbar diese Strukturen für eine funktionierende Gemeinschaft sind – gerade in Zeiten zunehmender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen.

Minister Peter Hauk begann seine Ausführungen mit einem persönlichen Einblick in sein eigenes Wohnen im ländlichen Raum. Dieser präge bis heute sein politisches Handeln und seine Überzeugung, dass ein starkes Land nur mit starken ländlichen Regionen bestehen könne.
Ein Schwerpunkt seiner Rede war der Bürokratieabbau. Er forderte mehr Mut zu Verwaltungsentscheidungen, die nicht jedes Detail bis zur Perfektion prüfen müssen, sondern vor allem wirksam und zeitnah helfen. Zwar sei eine funktionierende Gesetzeslage notwendig, doch müsse man sich trauen, schneller zu entscheiden, um Bürgerinnen und Bürgern wie auch Investoren Planungssicherheit zu bieten.
Ebenso betonte er die Notwendigkeit von Investitionen, insbesondere in strukturschwächeren Regionen. Wer bereit sei, im ländlichen Raum zu investieren, müsse unterstützt statt ausgebremst werden. Nur so könnten Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven entstehen – und nur so kann der ländliche Raum attraktiv bleiben.

Im Anschluss stellte sich Mario Schneider, Landtagskandidat für den Wahlkreis 64, den Anwesenden persönlich vor. Er verband seine Vorstellung mit einem klaren Bekenntnis zum ländlichen Raum, der für viele Menschen nicht nur Lebens-, sondern Heimatumfeld sei.
Schneider erläuterte seine politischen Zielsetzungen, insbesondere die Stärkung des ländlichen Raums als grundlegendes Element der regionalen Identität und wirtschaftlichen Stabilität. Er betonte, wie wichtig es sei, jungen Familien, Betrieben und Vereinen eine verlässliche Perspektive zu bieten. Sein Anspruch sei es, im Landtag dafür zu kämpfen, dass das Ländliche nicht länger als Randnotiz behandelt wird, sondern als tragende Säule Baden-Württembergs.

Moderiert von Mario Schneider entwickelte sich im Anschluss eine lebendige und teilweise kritische Diskussion mit den Anwesenden. Minister Hauk beantwortete zahlreiche Fragen ausführlich und fachlich fundiert.
Hauk stellte klar, dass Behörden an geltendes Recht gebunden sind. Mut allein könne fehlende gesetzliche Grundlagen nicht ersetzen. Schnellere Entscheidungen brauche es zwar dringend – doch die Politik müsse hierfür zuerst handlungsfähige gesetzliche Rahmen schaffen.
Mehrere Gäste äußerten deutliche Kritik am geplanten Mercosur-Abkommen. Hauk ging darauf offen ein und beleuchtete die Vor- und Nachteile für die deutsche Landwirtschaft. Er warnte vor Wettbewerbsverzerrungen durch importierte Erzeugnisse, die oft unter geringeren Umwelt- und Tierschutzstandards produziert werden. Zugleich kritisierte er klar die blockierende Haltung der Grünen im Europaparlament, die seiner Ansicht nach den Prozess eher ideologisch als sachlich beeinflusse.
Einige Landwirte sprachen die anhaltend unzureichenden Erzeugerpreise an. Hauk zeigte Verständnis, konnte jedoch wenig sofortige Lösungen anbieten. Beschwichtigend erklärte er, dass die Preisbildung von vielen Faktoren abhänge, die sich politisch nur bedingt steuern ließen, und betonte zugleich, dass das Land weiter an Entlastungen und besseren Rahmenbedingungen arbeiten werde.
Großen Zuspruch erhielt die Diskussion über die Rolle von Biogasanlagen. Hauk hob ihr enormes Potenzial hervor – insbesondere zur Überbrückung von Dunkelflauten in der Energieversorgung. Mit gut ausgebauten und modernisierten Anlagen könnten teure neue Gaskraftwerke teilweise überflüssig werden. Dies stelle eine realistische, regional verankerte und zugleich klimafreundliche Chance dar.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte der Vorsitzende des CDU Stadtverbands Erbach Thomas Hartmann sowohl dem Minister als auch dem Landtagskandidaten für ihre engagierten Beiträge. Gemeinsam mit Mario Schneider überreichte er kleine Präsente als Zeichen der Wertschätzung.
Er würdigte nochmals das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger und betonte, dass Diskussionen wie diese notwendig seien, um Politik greifbar zu machen – gerade im ländlichen Raum, wo die Auswirkungen politischer Entscheidungen besonders unmittelbar zu spüren sind